{"id":6985,"date":"2024-03-28T12:48:51","date_gmt":"2024-03-28T11:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alperia.eu\/dinge-der-vergangenheit-die-nachhaltiger-waren\/"},"modified":"2024-12-04T09:24:18","modified_gmt":"2024-12-04T08:24:18","slug":"dinge-der-vergangenheit-die-nachhaltiger-waren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/dinge-der-vergangenheit-die-nachhaltiger-waren\/","title":{"rendered":"Dinge der Vergangenheit, die nachhaltiger waren"},"content":{"rendered":"<p>\u201eErz\u00e4hle mir die Vergangenheit und ich werde die Zukunft erkennen\u201c, sagte Konfuzius. Nichts k\u00f6nnte wahrer sein: Wenn wir eine nachhaltigere Zukunft aufbauen wollten, k\u00f6nnte ein Blick zur\u00fcck in \u201eGro\u00dfmutters Zeiten\u201c eine sehr gute Idee sein.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit war eine objektive Tatsache, die aus konkreten Verhaltensweisen bestand, die zweifellos durch eine Notlage, aber auch durch ein gr\u00f6\u00dferes Bewusstsein f\u00fcr den Wert der Dinge diktiert wurden. Dinge, die begrenzt und in manchen F\u00e4llen einmalig waren und deshalb mit Liebe bewahrt werden sollten. Denken wir nur an die Kleidung: <strong>recyclen und wiederverwenden war die Devise, ebenso wie flicken<\/strong>. Kleidung wurde unter Geschwistern, Verwandten und Freunden weitergegeben, in einer uralten Form des Teilens.<\/p>\n<p>Fast Fashion gab es nicht, nichts war schnell, ganz im Gegenteil. Selbst \u201eGehen\u201c hatte etwas mit Bewegung und gleichzeitig mit Warten zu tun: Die einzige M\u00f6glichkeit, etwas zu kaufen, bestand darin, sich zu Fu\u00df oder mit dem Fahrrad zum n\u00e4chsten Gesch\u00e4ft zu begeben, denn elektronischen Handel gab es nicht. Und dies erforderte Zeit.<\/p>\n<p>Und genau in dieser ausgedehnten Zeit wurden die Beziehungen gepflegt. Beziehungen, die sich in einigen F\u00e4llen in Chancen verwandeln konnten: Der Gang zum Milchmann, um <strong>Milch ausschlie\u00dflich<\/strong> in Gl\u00e4sern zu kaufen, oder zum Gem\u00fcseh\u00e4ndler, um mit einem <strong>Korb voller lokaler Erzeugnisse<\/strong> nach Hause zu kommen, war eine M\u00f6glichkeit, Gemeinschaft zu schaffen und den Sinn des Miteinanders immer wieder zu entdecken. Aus diesem Gem\u00fcse entstanden besondere Mittagessen: nicht so sehr in der Quantit\u00e4t, sondern in der Qualit\u00e4t. Es waren k\u00f6stliche Gerichte, die auf keinen Fall verschwendet werden durften: <strong>Die Reste wurden zu Zutaten f\u00fcr neue Zubereitungen der n\u00e4chsten Tage<\/strong>. Und zu jeder Mahlzeit gab es ein Glas hausgemachten Wein oder durstl\u00f6schendes Wasser, das ebenfalls in <strong>Glaskr\u00fcgen <\/strong> aufbewahrt wurde (von wegen Plastik).<\/p>\n<p><strong>Dankbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschichte lehrt, wenn wir bereit sind zu lernen. Vor allem aber war jede dieser Aktionen von Dankbarkeit gepr\u00e4gt. Dankbar sein ist eine Geste, die heute vor allem mit \u00f6stlichen Kulturen assoziiert wird. Aber diese Haltung war auch in unseren Breitengraden einst tief verwurzelt. Dankbarkeit f\u00fcr Nahrung, f\u00fcr die W\u00e4rme eines Zuhauses oder die Bequemlichkeit eines Betts, vor allem aber f\u00fcr die in Kriegen m\u00fchsam errungene Freiheit: Es <strong>war ein Grundwert, von dem sich ein Verhalten ableitete, das alles andere als konsumorientiert war<\/strong>. \u201eWir hatten wenig, aber das Wenige machte uns gl\u00fccklich\u201c\u00a0, geben Gro\u00dfm\u00fctter auf der ganzen Welt zu und fassen damit die Essenz des Minimalismus ohne Anleitungen oder YouTube-Tutorials zusammen. Diese Essenz hat sich leider im Lauf der Zeit immer mehr verw\u00e4ssert, zerst\u00f6rt unter den Schl\u00e4gen von Logiken, die dazu f\u00fchrten, nicht zu reparieren, sondern wegzuwerfen. Zu verschwenden, statt zu sparen. Zu rennen, ohne jemals anzukommen. Ein Perpetuum mobile mit bekannten, aber lange ignorierten Nachteilen: die Zerst\u00f6rung der Umwelt und damit auch der kommenden Generationen.<\/p>\n<p>\u201eErz\u00e4hle mir die Vergangenheit und ich werde die Zukunft erkennen\u201c, sagte Konfuzius. Nichts k\u00f6nnte wahrer sein: Wenn wir eine nachhaltigere Zukunft aufbauen wollten, k\u00f6nnte ein Blick zur\u00fcck in \u201eGro\u00dfmutters Zeiten\u201c eine sehr gute Idee sein.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte lehrt, wenn wir bereit sind zu lernen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eErz\u00e4hle mir die Vergangenheit und ich werde die Zukunft erkennen\u201c, sagte Konfuzius. 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