{"id":7912,"date":"2024-03-22T12:40:28","date_gmt":"2024-03-22T11:40:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alperia.eu\/i-signori-delle-dighe\/"},"modified":"2026-03-18T12:26:22","modified_gmt":"2026-03-18T11:26:22","slug":"ein-staudammwaerter-fuer-alle-faelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/ein-staudammwaerter-fuer-alle-faelle\/","title":{"rendered":"Ein Staudammw\u00e4rter f\u00fcr alle F\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle, deshalb werden die Staumauern und -d\u00e4mme 24\/7 beobachtet und kontrolliert. Diese gro\u00dfe Verantwortung \u00fcbernehmen 18 Staudammw\u00e4rter, die in vier Teams arbeiten. Oswald Mairhofer, der schon seit \u00fcber 30 Jahren in diesem Bereich t\u00e4tig ist, ist der Verantwortliche aller Teams.<\/strong><\/p>\n<p>Er k\u00fcmmert sich um die Einteilung der Turnusdienste auf den Staud\u00e4mmen sowie um alle Anliegen seiner Mitarbeiter. Mit seinem Team ist er zudem f\u00fcr die Kontrolle und Wartungsarbeiten der restlichen Anlagen im Ultental zust\u00e4ndig: Wasserfassungen, Beileitungen, Druckstollen und die Wasserkraftwerke. Die Staud\u00e4mme, die es zu \u00fcberwachen gilt, geh\u00f6ren zu diesen f\u00fcnf Seen: Pankrazer Stausee auf 800 m \u00fc.d.M., Zoggler Stausee auf 1.100 m \u00fc.d.M., Wei\u00dfbrunner Stausee auf 1.900 m \u00fc.d.M., Arzker Stausee auf 2.200 m \u00fcd.M. und Gr\u00fcnsee auf 2.600 m \u00fc.d.M. Der Fischersee auf 2.050 m Meeresh\u00f6he wird im Normalfall, auf Grund seines Fassungsvolumens, alle zwei Wochen einer Sichtkontrolle unterworfen. Die durchschnittliche Jahresproduktion der Anlagen bel\u00e4uft sich auf rund 390 Millionen Kilowattstunden: Das bedeutet, dass im Ultental etwa 8 Prozent der gesamten Wasserkrafterzeugung S\u00fcdtirols produziert wird \u2013 die Energie, mit der rund 85.000 Haushalte versorgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die h\u00f6hergelegenen Stauseen gibt es fixe F\u00fcnferteams, d.h. alle f\u00fcnf Tage kommt ein Staudammw\u00e4rter dieses Teams an die Reihe f\u00fcr die Wache, bei den anderen sind es fixe Viererteams. Ausschlaggebend daf\u00fcr sind die klimatischen Verh\u00e4ltnisse, die weiter unten im Tal einfacher sind. \u201eOben bist du bei Fuchs und B\u00e4r\u201c, wie Mairhofer das so sch\u00f6n beschreibt. In anderen Worten, auf 2.600 m Meeresh\u00f6he kann es schon mal richtig einsam werden. Und bei Schlechtwetter, vor allem im Winter, \u00e4u\u00dferst ungem\u00fctlich.<\/p>\n<p><iframe title=\"Produciamo energia pulita con la forza dell&#039;acqua\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ijw1CMV0lfY?feature=oembed&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https:\/\/www.alperia.eu\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Die Turnusse haben es in sich.<\/strong> Eine Schicht umfasst 24 Stunden: 8 Stunden Wache und Kontrolle und gleich darauffolgend 16 Stunden Bereitschaftsdienst. Das hei\u00dft, dass ab 17 Uhr die Fernleitstelle in Kardaun die Kontrolle \u00fcbernimmt. Und wenn dort eine St\u00f6rungsmeldung eingeht, wird sie sofort an den zust\u00e4ndigen W\u00e4rter weitergeleitet, der das Problem kontrolliert und notfalls beseitigt. Wenn dann noch die Wochen- bzw. Monatskontrollen anfallen, welche von Damm zu Damm verschieden organisiert sind, dann kann der Turnus auch bis zu 32 Stunden lang sein.<\/p>\n<p>An Wochentagen startet der Arbeitstag um 8 Uhr, an den Wochenenden um 6.30 Uhr \u2013 damit die Kollegen, die abgel\u00f6st werden, ihren freien Tag mit ihren Familien besser gestalten k\u00f6nnen. Da treffen sich alle Teams in St. Walburg zur morgendlichen Besprechung. Danach geht es zum jeweiligen Arbeitsort. Einige Staud\u00e4mme sind mit dem Auto erreichbar, andere, die h\u00f6her gelegenen, nur mit einer Betriebseilbahn. Bevor diese benutzt werden kann, steht die Kontrolle derselben an: Probefahrt mit 50 % Geschwindigkeit, Check der Grundfunktionen und der Sicherheitskreise. Alles wird t\u00e4glich kontrolliert, damit es zu keinen Zwischenf\u00e4llen kommt. Oben angekommen ist Schichtwechsel und erst dann f\u00e4hrt der Kollege nach unten, es muss n\u00e4mlich immer ein W\u00e4rter in der Schaltwarte sein. Sicher unten angekommen sagt dieser dem Kollegen auf dem Berg Bescheid. Teamarbeit und Solidarit\u00e4t wird gro\u00dfgeschrieben, schlie\u00dflich verbringt man ja fast mehr Zeit mit seinen Teamkollegen als zu Hause.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-3.jpg\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" srcset=\"https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-3.jpg 632w, https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-3-300x225.jpg 300w\" alt=\"Die Herren hinter den Staud\u00e4mmen\" width=\"632\" height=\"474\" \/><\/p>\n<p>Ein Staudammw\u00e4rter braucht technisches Verst\u00e4ndnis, Ausdauer f\u00fcr die langen Schichten, und, f\u00fcr die Turnusse auf den h\u00f6her gelegenen Staud\u00e4mmen, im Winter Fitness zum stundenlagen Schneeschaufeln und vor allem keine Angst vor eventueller tagelanger Einsamkeit\u2013 manchmal ist er sogar komplett von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten, wenn auch das Telefon wegen des Wettereinflusses nicht funktioniert und nicht mal der Hubschrauber eingesetzt werden kann. Zudem braucht es Kochk\u00fcnste. Ja, richtig gelesen, das Leben in den Staudammw\u00e4rterh\u00e4usern beinhaltet auch die Hausarbeit inklusive putzen und kochen. Die W\u00e4rterh\u00e4user bestehen meistens aus Schaltwarte, Technikraum, K\u00fcche, Stube, Badezimmer und Schlafzimmern, eines pro W\u00e4rter. F\u00fcr unerwartete l\u00e4ngere Aufenthalte gibt es au\u00dferdem immer eine Notfallration in den Unterk\u00fcnften.<\/p>\n<h3>\u201eWer zu Beginn vielleicht gerade mal ein Spiegelei kochen konnte, mausert sich in den Jahren zum K\u00fcchenchef und zaubert auch mal Gulasch mit Kn\u00f6deln oder einen Hasenbraten auf den Tisch\u201c erz\u00e4hlt Mairhofer<em>.<\/em><\/h3>\n<p>Oft ist w\u00e4hrend der Schicht der einzige Gef\u00e4hrte der heulende Wind. Nun gut, manchmal spaziert ein Marder vorbei, oder ein Fuchs. Apropos, einem der nun pensionierten Kollegen war es mal gelungen, einen Fuchs zu z\u00e4hmen, sodass er bei Essenszeiten immer vorbeigeschaut hat.<\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es in jedem W\u00e4rterhaus einen Glasfaseranschluss mit Internet, auch auf 2.600 m Meeresh\u00f6he, somit ist die Abgeschiedenheit leicht ged\u00e4mpft. Im Sommer gibt es auch Touristen, die an den D\u00e4mmen vorbeiwandern; manche stellen neugierig Fragen zum Damm und zur Arbeit der W\u00e4rter, die diese gerne beantworten. Es kam auch schon vor, dass ein Tourist von Schlechtwetter \u00fcberrascht worden ist. Dem wurden dann ein hei\u00dfer Tee und eine Taschenlampe angeboten, damit er wieder heil ins Tal kommt. Manchmal kann man auch ein \u201eRatscherle\u201c mit dem Hirten genie\u00dfen.<\/p>\n<h3>\u201eWenn jemand wirklich wissen will, wie hart die Arbeit auf den Staud\u00e4mmen sein kann, dann sollte er bzw. sie im langen Winter vorbeischauen. An manchen Tagen kommen die W\u00e4rter nicht mal raus, sondern benutzen die Stollen unter den D\u00e4mmen, um die regelm\u00e4\u00dfigen Messungen durchzuf\u00fchren. Ein W\u00e4rter muss damit umgehen k\u00f6nnen, auf sich allein gestellt zu sein. Und auch das Schlafen ist schwierig auf den H\u00f6henmetern. Ein Stress f\u00fcr K\u00f6rper und Geist, dem man nicht tagelang ausgesetzt sein m\u00f6chte\u201c, so Mairhofer. \u201eDaf\u00fcr ist nicht jeder geeignet, es gab einige, die den Job bereits nach wenigen Monaten wieder aufgegeben haben.\u201c<\/h3>\n<p>Zur\u00fcck zum t\u00e4glichen Arbeitsablauf in der H\u00f6he. Am Stauwerk angekommen, werden verschiedenste Messungen durchgef\u00fchrt. Es wird zum Beispiel der Wasserverlust gemessen (kein Damm ist zu 100 % dicht), der Wasserstand gepr\u00fcft, der Wasserdruck an den verschiedenen Punkten, die Bewegung des Dammes. Die Messungen werden sowohl im Freien als auch in den Stollen durchgef\u00fchrt, die im Inneren der Anlagen verlaufen. Manchmal geht es auch mit einem sehr schmalen Aufzug 60 Meter in die Tiefe zum Dammfu\u00df, um unter anderem die Funktionalit\u00e4t der Schleusen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Notstromaggregat; es ist es, das speziell im Winter in der rauen Bergwelt bei Stromausfall ein Ausharren \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht. Gewisse Messungen werden t\u00e4glich, andere w\u00f6chentlich oder monatlich durchgef\u00fchrt. Einige davon nur zu zweit, weil man von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten ist und bei einem Unfall lange auf Hilfe warten m\u00fcsste. \u201eMan schaut auf die Anlagen und auf uns gegenseitig. Damit alle sicher sind\u201c, so die W\u00e4rter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-4.jpg\" sizes=\"(max-width: 608px) 100vw, 608px\" srcset=\"https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-4.jpg 608w, https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/23.03.22-I-signori-delle-dighe-4-300x225.jpg 300w\" alt=\"das Innere eine Staudamms\" width=\"608\" height=\"456\" \/><\/p>\n<p>Wegen der Temperaturunterschiede im Sommer und Winter oder des jeweiligen Wasserstands des Sees, sind Stauanlagen st\u00e4ndig in Bewegung, der Damm neigt sich entweder vor oder er geht zur\u00fcck. \u201eSolange sich der Damm innerhalb der vorgegebenen Werte bewegt, ist das vollkommen normal\u201c, erkl\u00e4rt Oswald Mairhofer. \u201eMeine Mitarbeiter kennen ihren jeweiligen Staudamm und die Umgebung in allen Details. Bei der kleinsten Anomalie, die ihnen auff\u00e4llt, zum Beispiel auch ein kleiner Erdrutsch in der N\u00e4he des Damms, schrillen bei ihnen die Alarmglocken und sie gehen der Sache akribisch nach, vergleichen Messungen, tauschen sich mit den Kollegen aus, handeln nach Bedarf. Dabei ist es wichtig, eine gewisse technische Erfahrung mitzubringen. In den vergangenen zehn Jahren gab es einen kompletten Austausch der Mannschaft, weil bis auf einen, alle \u00e4lteren Kollegen in Pension gegangen sind. Jetzt ist ein junges Team an der Reihe. Alle Staudammw\u00e4rter bringen eine technische Ausbildung mit; das ist gut so und auch unabdingbar f\u00fcr die Aus\u00fcbung dieses facettenreichen Jobs. Auch sind sie alle mit Computersystemen vertraut, was die Arbeit erleichtert.\u201c<\/p>\n<p>Viele Messungen werden automatisiert durchgef\u00fchrt, andere manuell. Technik allein ersetzt die Kontrolle durch das Auge des Profis jedoch nicht. Deshalb werden auch die automatisierten Messungen periodisch von den Staudammw\u00e4rtern manuell \u00fcberpr\u00fcft und dann in ein Computersystem eingespeist. Die W\u00e4rter vergleichen dann t\u00e4glich die Messungen, stellen sicher, dass alles \u00fcbereinstimmt. Den Menschen und seine Erfahrung kann man eben nicht durch Maschinen ersetzen.<\/p>\n<p>Alles ist perfekt in Schuss, wird gehegt und gepflegt: die W\u00e4rterh\u00e4user wie die D\u00e4mme, alle Maschinen und das Werkzeug, die Seilbahnen und Tunnels. \u201eJede Maschine, jeder Kompressor, alles wird achtsam gewartet\u201c, sagt Mairhofer. \u201eNat\u00fcrlich machen wir das gewissenhaft\u201c, meinen die Jungs, \u201ewir und unsere Familien wohnen ja alle darunter.\u201c So ist es, die 18 Staudammw\u00e4rter kommen allesamt aus dem Tal. Und genau diese Verwurzelung mit dem Ort macht das Ultner Team aus. Sie sind Feuer und Flamme f\u00fcr ihren Beruf.<\/p>\n<h2>Mehr Erfahren<\/h2>\n<p><a role=\"button\"><br \/>\nLeggi tutte<br \/>\n<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17206,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"elementor_theme","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[41,2],"tags":[],"class_list":["post-7912","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stories-de","category-unkategorisiert"],"acf":[],"featured_image_src":"https:\/\/www.alperia.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/0045_23.03.22-I-signori-delle-dighe-150x150.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7912","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7912"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7912\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24864,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7912\/revisions\/24864"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7912"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7912"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alperia.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7912"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}