2025 hat Europa einen energiepolitischen Meilenstein erreicht: Erstmals erzeugten Solar- und Windkraft mehr Strom als fossile Brennstoffe. Dieser Trend ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Ergebnis eines jahrelangen, konsequenten Ausbaus – ein Wandel, der messbare Vorteile für Klima, Wirtschaft und Versorgungssicherheit bringt.
Der Energiemix in Europa: Zahlen, die den Wandel zeigen
Im Jahr 2025 machten Wind und Sonne 30 Prozent der Stromerzeugung in der Europäischen Union aus. Kohle, Gas und andere fossile Brennstoffe kamen auf 29 Prozent. Damit haben Photovoltaik und Windkraft laut Daten der Umwelt-Denkfabrik Ember die nicht erneuerbaren Energieträger in der Stromproduktion zum ersten Mal überholt. Zusammen mit der Wasserkraft ist der europäische Strommix mittlerweile fast zur Hälfte erneuerbar.
Besonders dynamisch ist der Ausbau von Wind- und Solarenergie: Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Stromproduktion in der EU mehr als verdoppelt – der Anteil der Solarenergie allein hat sich mehr als vervierfacht. Und Statistiken der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien zeigen: Zwischen 2019 und 2024 wurden EU-weit über 240 GW neue Wind- und Solarkapazitäten installiert.
Auch über den Stromsektor hinaus zeigt sich der Trend: Im gesamten Energieverbrauch der EU – also inklusive Wärme und Verkehr – liegt der Anteil erneuerbarer Energien inzwischen bei über 25 Prozent, mit weiter steigender Tendenz.
Europa und die USA: Zwei unterschiedliche Entwicklungspfade
Im Vergleich mit den USA zeigen sich zwei unterschiedliche Dynamiken: Die Vereinigten Staaten bauen erneuerbare Energien weiterhin mit hoher Geschwindigkeit aus, insbesondere im Solarbereich. 2024 produzierten amerikanische Photovoltaikanlagen um 64 TWh mehr Strom als im Jahr davor (China: +250 TWh, EU: +53 TWh). Doch trotz wachsender Kapazitäten liegt der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in den USA bei rund 23 Prozent. Fossile Energieträger machen mit 59 Prozent weiterhin den größten Teil des Strommixes aus.
In Europa wirkt sich der Ausbau der erneuerbaren Energien – 2024 kamen 72 GW dazu, in den USA waren es 43 GW, in China 373 GW – deutlich stärker auf die Struktur des Energiesystems aus. Erneuerbare ersetzen zunehmend die fossile Stromerzeugung und erreichen inzwischen, wie erwähnt, nahezu die Hälfte der gesamten Stromproduktion.
Der Unterschied liegt somit weniger im Tempo des Ausbaus als in dessen Wirkung: Während die USA erneuerbare Energien auf ein weiterhin fossildominiertes Energiesystem aufsetzen, verändert Europa bereits grundlegend seinen Strommix.
Ausbau der Erneuerbaren: Messbare Vorteile und klare Signale
- Weniger Emissionen: Der steigende Anteil erneuerbarer Energien wirkt sich direkt auf die Emissionen und die Erreichung der europäischen Klimaziele aus. Seit 2019 sind die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung in der EU um knapp ein Viertel gesunken, hat die Europäische Umweltagentur Gegenüber 2007 haben sie sich halbiert.
- Mehr Unabhängigkeit: Erneuerbare Energien werden überwiegend lokal erzeugt. Das reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten und geopolitische Risiken und stärkt die Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung.
- Mehr Investitionen: Dass erneuerbare Energien fossile Brennstoffe im Strommix überholen, ist auch ein wirtschaftliches Signal. Investitionen verlagern sich zunehmend in grüne Infrastruktur: Erzeugungsanlagen, Stromnetze, Speicherlösungen. Europa positioniert sich damit als verlässlicher Markt für langfristige, nachhaltige Energieinvestitionen.
- Stabilere Strompreise: Erneuerbare Energien tragen zur Preisstabilität bei. Sie sind unabhängig von internationalen Rohstoffmärkten und reduzieren die Volatilität, die bei Gas und Öl typisch ist. Langfristig sorgt das für besser planbare Stromkosten.
- Teilhabe vor Ort: Die Energiewende wird zunehmend dezentral. Lokale Projekte wie erneuerbare Energiegemeinschaften oder gemeinschaftliche Photovoltaikanlagen ermöglichen es Bürgern, Energie aktiv zu gestalten und auch wirtschaftlich teilzuhaben.
Offene Herausforderungen: Netze, Speicher, Rahmenbedingungen
Trotz der positiven Entwicklung bleiben zentrale Aufgaben bestehen. Der weiter wachsende Anteil erneuerbarer Energien erfordert intelligente und flexible Stromnetze, die die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen zuverlässig steuern können. Gleichzeitig gewinnen Speicherlösungen zunehmend an Bedeutung, um überschüssige Energie nutzbar zu machen und die Versorgungssicherheit auch in Zeiten geringer Erzeugung zu gewährleisten. Ebenso entscheidend sind klare, vereinfachte Genehmigungs- und Förderverfahren, damit neue Projekte schneller geplant und umgesetzt werden können und der Ausbau erneuerbarer Energien weiter an Fahrt aufnimmt.
Alperia setzt genau an diesen Punkten an: Die Unternehmensgruppe investiert kontinuierlich in die Modernisierung und Digitalisierung der Netzinfrastruktur, entwickelt Speicherlösungen weiter und begleitet Energieprojekte vor Ort von der Planung bis zur Umsetzung. Ziel ist es, die Energiewende nicht nur technisch voranzubringen, sondern sie auch praktikabel, effizient und regional verankert zu gestalten.














