Jedes Jahr am 21. März erinnert der Internationale Tag des Waldes daran, was allzu oft als selbstverständlich betrachtet wird: die stillen Dienste der Wälder. Sie regulieren das Klima, schützen den Boden, sichern die Wasserversorgung und sind Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Doch sie stehen weltweit unter zunehmendem Druck.
2026 steht der Internationale Tag des Waldes unter dem Motto „Wälder und Wirtschaft“. Die Botschaft dahinter ist dringend: Gesunde Wälder sind wirtschaftlich unverzichtbar – aber keine Selbstverständlichkeit. Für Alperia ist der Schutz des Waldes kein abstraktes Nachhaltigkeitsziel, sondern ein konkretes Anliegen.
Der Wald als Lebensgrundlage
Wälder bedecken heute noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche und nehmen etwa ein Drittel der globalen CO2-Emissionen auf. Laut Schätzungen des Weltwirtschaftsforums hängt die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts – rund 38 Billionen Euro – direkt oder indirekt von der Natur ab. Der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zufolge nutzen bis zu 5,8 Milliarden Menschen Waldressourcen für ihren Lebensunterhalt; über zwei Milliarden Menschen verwenden Holz als wichtige Energiequelle zum Kochen oder Heizen.
Auch in Südtirol, wo Alperia als Energiedienstleister tief verwurzelt ist, ist der Wald noch dichter Teil des Alltags. Rund 50 Prozent der Landesfläche sind von Wald bedeckt. 58 Prozent davon sind als Schutzwald klassifiziert: Sie schützen Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen direkt vor Lawinen, Steinschlag und Erdrutschen.
Engagement mit Wurzeln: Alperia für den Wald
Mitten in Südtirols Berglandschaft betreibt Alperia 35 Wasserkraftwerke und mehrere Stauseen. Der Wald ist für das Unternehmen nicht nur ökologisch relevant – er ist auch betrieblich unverzichtbar. Stabile Waldbestände oberhalb von Kraftwerken und Staubecken schützen Infrastrukturen und sichern den Betrieb. Wenn Wälder absterben oder durch Naturereignisse zerstört werden, entstehen Risiken – für die Natur, für die Menschen, für die Energieversorgung.
Aus dieser Überzeugung heraus hat Alperia 2025 ein Kooperationsabkommen mit der Autonomen Provinz Bozen unterzeichnet. Ziel ist die konkrete Unterstützung des Waldfonds Südtirol. Im Dreijahreszeitraum 2025–2027 investiert Alperia jährlich 25.000 Euro in den Fonds. Die Mittel werden gezielt für Wiederaufforstung, Biodiversitätsförderung und Bodenstabilisierung eingesetzt.
Aufforstung im Vinschgau: Das erste Projekt unter dem Waldfonds
„Nach unserem Pilotprojekt in Lüsen war für uns von Anfang an klar, dass es keine einmalige Aktion sein sollte“, erklärt Thomas Trienbacher, Verantwortlicher Sustainability Projects & Stakeholder Management. Er betreut die Zusammenarbeit mit dem Land und erklärt: „Wir wollen keine On-off-Projekte. Unser Ansatz ist, langfristige Partnerschaften aufzubauen – damit beide Seiten wissen, dass es weitergeht, und wirklich etwas bewegt werden kann.“ Die Dreijahresvereinbarung mit dem Land ist Ausdruck genau dieser Haltung.
Im Vinschgau nimmt die Partnerschaft zugunsten des Waldes Gestalt an. Am Nördersberg – dem sonnenseitigen Hang über Schlanders und Laas – hat der Borkenkäfer in den Jahren 2022 und 2023 verheerende Schäden hinterlassen. Vorgeschwächt durch Schneedruckereignisse und einen besonders trockenen Sommer, starben große Teile der hochmontanen Fichten- und Lärchenbestände ab. Zurück blieben ausgedehnte Kahlflächen an steilen Hängen – mit all den damit verbundenen Risiken für Erosion, Rutschungen und Hochwasser.
Der Mix macht den Wald klimafit
Hier setzt das erste konkrete Aufforstungsprojekt an, das über den Waldfonds mit dem ersten 25.000-Euro-Beitrag von Alperia finanziert wird. Der Landesforstdienst bringt auf ausgewählten Flächen gezielt fehlende Mischbaumarten ein – angepasst an die sich verändernden klimatischen Bedingungen. „Es geht darum, den Schutzwald widerstandsfähiger und klimafit zu machen“, erklärt Thomas Trienbacher. Denn der Klimawandel verschiebt die Höhenstufen: Was gestern Fichten- und Lärchengebiet war, ist morgen Lebensraum für wärmeliebende Laubbäume. Diesem Wandel wird das Projekt aktiv Rechnung getragen.
Gepflanzt werden vor allem Bergahorn, Vogelbeere, Linden, Eichen und Kastanien in den tieferen Lagen. Weiter oben kommen auch Nadelbaumarten hinzu – darunter die seltene Vinschger Trockentanne, eine lokale Spezialform der Weißtanne, die in dieser Zone traditionell heimisch war. Da auf diesen Flächen bereits Samenbäume dieser Art fehlen, werden die neu angepflanzten Exemplare auch als Mutterbauminseln bezeichnet – sie sollen die Grundlage für künftige Waldgenerationen legen.
Insgesamt entstehen drei eingezäunte Aufforstungsflächen. Jede Fläche misst rund 50 mal 50 Meter und wird mit einem wilddichten Zaun gesichert, um die Jungpflanzen vor Wildverbiss zu schützen. Die Gesamtfläche beträgt rund 7.500 Quadratmeter.
Community Investment: Zurückgeben, was das Territorium trägt
Das Waldengagement ist Teil eines breiteren Ansatzes des Community Investment: Alperia investiert in Projekte, die dem Territorium zugutekommen, in dem das Unternehmen tätig ist und aus dem es seine Energie schöpft. „Im Community Investment ist es unser Ziel, Projekte zu fördern, die effektiv im Sinne der Allgemeinheit sind – und die zu uns als Unternehmen passen, das in und mit diesem Territorium arbeitet“, sagt Thomas Trienbacher. „Beim Wald ist dieser Zusammenhang besonders klar: Der Wald schützt das Land, und das Land ist die Grundlage unserer Arbeit.“
Neben der finanziellen Beteiligung am Waldfonds Südtirol sollen auch Mitarbeitende von Alperia aktiv werden können – und, wie in Lüsen, an Aufforstungsmaßnahmen beteiligen. Pflanzaktionen sind dabei ein konkreter Ausdruck des Anspruchs, Nachhaltigkeit nicht nur zu kommunizieren, sondern zu leben.














