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Rinnovabili 5 miti da sfatare/Erneuerbare Energien
03.02.2026
- 4 min

Erneuerbare Energien: Fünf Mythen im Faktencheck

Rinnovabili 5 miti da sfatare/Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien gelten oft noch als teuer, unsicher oder problematisch, obwohl aktuelle Daten ein anderes Bild zeigen. Solche falschen Annahmen bestimmen Debatten und Entscheidungen und bremsen Investitionen in eine klimafreundliche Energieversorgung. Tatsächlich sind erneuerbare Energien heute leistungsfähig, wirtschaftlich und ein wichtiger Treiber für die Energiewende, Innovation und Beschäftigung. Ein faktenbasierter Blick ist daher entscheidend, um ihre Rolle realistisch einzuordnen.

Das Forschungszentrum „Italy for Climate“ hat fünf gängige falsche Mythen über erneuerbare Energien gesammelt – und untermauert mit Zahlen, wie sie widerlegt werden können.

Mythos 1: „Erneuerbare Energien sind und bleiben marginal“

Ein weitverbreiteter Mythos besagt, dass erneuerbare Energien nur eine Nebenrolle im Energiemix spielen. Die Zahlen zeigen ein anderes Bild: Weltweit ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in den letzten Jahren auf über 46 % gestiegen. Noch deutlicher ist der Blick auf neue Kapazitäten: 2024 entfielen über 90 % der weltweit neu installierten Kraftwerksleistung auf erneuerbare Energien, ebenso rund 70 % der globalen Investitionen in neue Stromerzeugungsanlagen. (IRENA-Quelle)

Mythos 2: „Erneuerbare Energien kosten zu viel“

Oft wird argumentiert, nachhaltig produzierter Strom sei zu teuer. Tatsächlich ist heute das Gegenteil der Fall. In Europa liegen die Erzeugungskosten für 1 kWh Strom aus Wasserkraft, Windkraft oder Photovoltaik bei etwa 4–5 Cent (IRENA-Quelle) und damit unter den Kosten für die Energiegewinnung aus fossilen Quellen (17–20 Cent).

Der langfristige Trend spricht eine klare Sprache: So sind die Kosten für die Produktion von Solarstrom in den vergangenen Jahren um rund 85–90 % gesunken. Erneuerbare Energien gehören damit zu den günstigsten verfügbaren Optionen zur Stromerzeugung – für die Zukunft werden weitere Kostenreduzierungen erwartet.

Mythos 3: „Erneuerbare Energien machen das Stromsystem unsicher“

Die Sorge, ein hoher Anteil erneuerbarer Energien könne zu Stromausfällen führen, hält sich hartnäckig. Doch die Praxis zeigt: Mehrere Länder decken bereits über 90 % ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen, ohne Einbußen bei der Versorgungssicherheit.

Der Schlüssel liegt in der intelligenten Kombination verschiedener Technologien: Erneuerbare Energien werden durch Speicherlösungen, flexible Netze und europäische Stromverbünde ergänzt. Moderne Energiesysteme sind dadurch in der Lage, Schwankungen auszugleichen und eine stabile Versorgung sicherzustellen.

Mythos 4: „Erneuerbare Energien zerstören das Landschaftsbild“

Windräder und Solaranlagen werden häufig als massive Eingriffe in Natur und Landschaft dargestellt. Ein Blick auf die tatsächlichen Flächenbedarfe relativiert diese Wahrnehmung deutlich. In Italien wären beispielsweise nur etwa 0,7 % der Landesfläche nötig, um fossile Stromerzeugung vollständig durch Photovoltaik zu ersetzen.

Hinzu kommt: In Italien sind rund 2 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 40 GW installiert. Etwa zwei Drittel dieser Leistung stammen von Dach- und gebäudeintegrierten Anlagen, die keine zusätzlichen Freiflächen beanspruchen. Mit guter Planung und moderner Technik lassen sich erneuerbare Energien also gut mit Landschafts- und Naturschutz vereinbaren.

Mythos 5: „Erneuerbare Energien schaden Wirtschaft und Beschäftigung“

Auch die Behauptung, die Energiewende gefährde Arbeitsplätze, hält einer Überprüfung nicht stand. Prognosen zeigen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien bis 2030 weltweit rund 14 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen kann – vor allem in Bereichen wie Installation, Wartung, Netzinfrastruktur und Energieeffizienz. Zwar wird im fossilen Sektor mit einem Rückgang von etwa 5 Millionen Arbeitsplätzen gerechnet, insgesamt bleibt die Beschäftigungsbilanz jedoch klar positiv.

Warum es wichtig ist, diese Mythen zu entkräften

Falsche Vorstellungen über erneuerbare Energien können politische Entscheidungen, Investitionen und die Akzeptanz in der Bevölkerung beeinflussen. Mythen mit Fakten zu begegnen heißt, das Vertrauen in Wissenschaft und Technik zu stärken, eine sachliche öffentliche Debatte zu fördern und die notwendige Transformation des Energiesystems zu beschleunigen.

Wer sich fundiert informieren möchte, sollte wissenschaftliche, transparente und regelmäßig aktualisierte Quellen nutzen. Einige davon sind: die italienische Energie- und Umweltagentur ENEA; die Forschungsinitiative „Italy for Climate“; die Internationale Energieagentur IEA; die Internationale Agentur für erneuerbare Energie IRENA; der „Renewable Global Status Report“ des Netzwerks REN21.

Fakten statt Vorurteile

Die Energiewende ist kein Experiment mit ungewissem Ausgang, sondern ein faktenbasiertes Projekt mit klaren Vorteilen: Erneuerbare Energien sind heute weit verbreitet, kostengünstig, zuverlässig, flächeneffizient und ein Motor für neue, zukunftsfähige Wertschöpfung. Wer diese Fakten kennt, erkennt schnell, dass viele der gängigen Mythen überholt sind – und dass eine nachhaltige Energiezukunft nicht nur notwendig, sondern auch realistisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

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