Black Friday oder Green Friday? Wie man die Einkaufswoche nachhaltig gestaltet

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Black Friday oder Green Friday? Wie man die Einkaufswoche nachhaltig gestaltet

Es ist eine der konsumfreudigsten Zeiten des Jahres, in der man auf der Jagd nach dem besten Rabatt ist und versucht, so viele Schnäppchen wie möglich zu machen. Aber wer zahlt die Rechnung für die Umwelt? Wir sprechen vom Black Friday und seinen Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit, die so groß geworden sind, dass nun die Herausforderung mit dem Green Friday, dem verantwortungsvollen Einkaufen, angenommen wurde.

Der aus Amerika stammende und inzwischen weltweit verbreitete Black Friday führt zu einer starken Beschleunigung des Konsums mit verheerenden Folgen für den Planeten – Umweltzerstörung, Schadstoffemissionen, Abfallaufkommen – und für seine BewohnerInnen, da viele der mit Rabatt verkauften Produkte von ausgebeuteten ArbeitnehmerInnen hergestellt werden. Das Phänomen ist so groß, dass es nicht einfach ist, seine Auswirkungen zu berechnen. Das britische Beratungsunternehmen Money hat versucht, das Ausmaß des Black Friday in Großbritannien zu untersuchen: Ausgehend vom durchschnittlichen CO2-Fußabdruck der Lieferung eines Online-Einkaufs ergab sich eine Gesamtemission von etwa 429.000 Tonnen. Das entspricht 435 Hin- und Rückflügen von London nach New York. Für eine Gesamtbeurteilung müsste aber auch der gesamte Lebenszyklus der Produkte berücksichtigt und auch bewertet werden, wie viele der am „schwarzen Freitag“ gekauften Waren anschließend unbenutzt weggeworfen und wie sie entsorgt werden. Außerdem haben auch die Verpackungen Auswirkungen: Papier, Pappe und Kunststoff, die nur in geringem Maße recycelt werden. Und die Materialien? Die meisten Einkäufe betreffen hauptsächlich Elektro- und Elektronikgeräte: Produkte mit einem hohen Rohstoffverbrauch, die noch schlecht recycelbar sind und schnell veralten.

Second hand

Aber VerbraucherInnen und Unternehmen werden immer umweltbewusster, suchen nach nachhaltigen Alternativen und schlagen diese vor. Vom Black zum Green Friday. Der „Grüne Freitag“ ist eine Initiative, die 2017 in Frankreich als Tag des verantwortungsvollen Konsums ins Leben gerufen wurde und an dem die Unternehmen selbst Umwelt- und Sozialprojekte vorschlagen. Wie kann man am Green Friday teilnehmen? Es gibt viele Möglichkeiten. Es gibt zum Beispiel den Buy Nothing Day, d. h. nichts kaufen. Andererseits gibt es Unternehmen, die sich entschließen, einen Teil des Erlöses – oder den gesamten Erlös, wie z. B. Patagonia – an verschiedene Organisationen zu spenden, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Andere liefern hingegen den VerbraucherInnen Ideen zur Verlängerung des Lebenszyklus der Produkte. Eine andere Möglichkeit ist es, alle Emissionen, die durch die Produktlieferung entstehen, auszugleichen, z. B. durch das Pflanzen von Bäumen. Außerdem gibt es noch den Re-Commerce, d. h. den Wiederverkauf von gebrauchten Produkten, oder die Reparatur: Einige Unternehmen bieten diese Option an, um Neukäufe zu beschränken.

Eine andere Möglichkeit, auf die alleine die VerbraucherInnen Einfluss nehmen können, besteht darin, die Aufmerksamkeit nur auf lokale Marken (und vielleicht lieber durch den Kauf im Laden ohne Transportemissionen), auf Bioprodukte oder auf Unternehmen zu richten, die als nachhaltig zertifiziert sind oder wirklich auf Produktionsmethoden und ethische Arbeitsbedingungen achten. Bei der Mode zum Beispiel kann man Fast-Fashion-Ketten vermeiden, die 52 Kollektionen pro Jahr produzieren: eine pro Woche! Weil sie für Kurzlebigkeit konzipiert sind. Man kann die Materialien kontrollieren und dabei Naturfasern bevorzugen: Bio-Baumwolle zum Beispiel benötigt weniger Wasser bei der Herstellung. Man kann auch die Fühler ausstrecken gegen das immer lauernde Greenwashing. Im Vergleich zu früher gibt es heute viele Möglichkeiten, sich zu informieren, zu recherchieren und zu überprüfen, ob die Aussagen eines Unternehmens der Wahrheit entsprechen.

Der Schlüssel zu einem wirklich nachhaltigen Black Friday ist jedoch vor allem eines: bewusstes Einkaufen. Das bedeutet, dass man vor der Shoppingwut innehält und sich fragt: Brauche ich das wirklich? Wofür werde ich dieses Produkt verwenden? Vielleicht stellen wir dann fest, dass es sich bei dem, was wir kaufen wollen, nur um das zigste Kleidungsstück oder elektronische Produkt handelt, das wir in ein paar Wochen vergessen haben. Während wir leicht vergessen, erinnert sich der Planet an alles und präsentiert uns bereits seine dramatische Rechnung.

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