Nennen Sie uns nicht „Mr. Mama“. Väter in der Verantwortung, zwischen Kind und Karriere

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Nachhaltigkeit
Nennen Sie uns nicht „Mr. Mama“. Väter in der Verantwortung, zwischen Kind und Karriere

Es war die Astronautin Samantha Cristoforetti, die erst kürzlich sagte: „Ich fliege zurück in den Weltraum, und Papa kümmert sich um die Kinder.“ Sie zeigte damit, dass eine andere Familiendynamik nicht nur möglich ist, sondern sogar immer notwendiger wird, um einerseits eine stärkere Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben zu fördern und andererseits den Vätern die Möglichkeit zu geben, ihr Vatersein ohne Vorurteile und berufsbedingte Einschränkungen voll auszuleben.

Aber damit alles passt, sind zwei Elemente erforderlich: Kultur und Mittel. Das erste ist vielleicht am schwierigsten zu verändern: Es erfordert Anstrengung, Entschlossenheit und inspirierende positive Beispiele. Eine vollständige Gleichstellung am Arbeitsplatz ist nämlich nur möglich, wenn auch das Familienleben ausgewogen gestaltet und mit gegenseitiger Unterstützung organisiert werden kann. Allzu oft liegt die Hauptlast der Betreuung von Kindern und älteren Eltern immer noch bei den Frauen, was sie daran hindert, sich beruflich zu verwirklichen. Wenn man dann noch die selbstbegrenzenden Überzeugungen hernimmt, die das Ergebnis einer Kultur sind, die Frauen seit jeher als «Seele des Hauses» und als ungeeignet für eine Karriere als Führungskraft oder für bestimmte Berufe sieht (man denke nur an die MINT-Frage, die wir hier erörtert haben), kann man verstehen, warum es auch im Jahr 2022 noch unerlässlich ist, Maßnahmen zu ergreifen, die diesen Wandel erleichtern können. Das zweite Schlüsselelement stellen, wie bereits erwähnt, die Mittel dar: in erster Linie die Rechtsvorschriften.

Einige Fortschritte wurden jedoch mit dem obligatorischen Vaterschaftsurlaub erzielt. Diese Maßnahme, die in Italien erst 2012 auf Druck der europäischen Richtlinie eingeführt wurde, sah zunächst nur einen Tag Urlaub vor, der im Laufe der Jahre schrittweise verlängert wurde. Das Haushaltsgesetz für das Jahr 2022 sieht einen obligatorischen Urlaub von 10 Tagen für den Vater vor, der bis zum fünften Lebensmonat des Kindes auch in Tranchen in Anspruch genommen werden kann und zu 100 % vergütet wird. Dazu kommt auch die Möglichkeit eines fakultativen Urlaubs, sofern die erwerbstätige Mutter beschließt, keinen Tag Mutterschaftsurlaub zu nutzen. Hier stellt sich wieder stark ein kulturelles Problem dar: Zum einen ist es wichtig, dass die Väter ihre Rechte kennen und zum anderen, dass sie sich frei fühlen, sie auszuüben, damit diese Mittel genutzt und ständig weiter ausgebaut werden können. Mit anderen Worten: Sie sollten mit Stolz eine vorübergehende Beurlaubung von der Arbeit beanspruchen, nicht aus Krankheitsgründen der Kinder oder wegen anderer auftretender Schwierigkeiten, sondern einfach, um unbeschwert ihre Kinder zu betreuen. 

Und wie ist es in der Alperia Gruppe? Im Jahr 2021 wurde der Elternurlaub von 100 % der anspruchsberechtigten Frauen und 95 % der anspruchsberechtigten Männer in Anspruch genommen, wobei 100 % pünktlich an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten. Insgesamt handelt es sich um mehr als 16.000 Stunden Freistellung für Frauen und mehr als 5.000 Stunden für Männer (einschließlich Stillzeit, Elternurlaub, obligatorischer Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub). Das sind Zahlen, die hoffen lassen, und Alperia ergänzt diese durch verschiedene Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie z. B. flexible Arbeitszeiten, Möglichkeit des Homeoffice und Ausübung einer Führungsrolle auch in Teilzeit sowie Mittel zur Unterstützung der Elternschaft (z. B. Beiträge für die Kleinkind- oder Ferienbetreuung).

«Ich habe die Gelegenheit des Vaterschaftsurlaubs sofort genutzt. Ich denke, das ist einfach eine Bereicherung für Väter». «Ich konnte viel mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen». «Mein Sohn hat mit mir gelernt zu laufen, das ist etwas, das mir für immer in Erinnerung bleiben wird». Das sind die Worte einiger Väter bei Alperia, welche den Elternurlaub genutzt haben

Diese Worte ermutigen Alperia, in dieser Richtung weiterzuarbeiten und zur Verwirklichung der vollständigen Gleichstellung beizutragen, wie sie im Ziel Nr. 5 für nachhaltige Entwicklung der UNO festgelegt ist.

Alperia erneuert jedes Jahr die Zertifizierung zum Family Audit, die von der Agentur für Familie der Autonomen Provinz Bozen und der Handelskammer ausgestellt wird. Diese Zertifizierung ist ein Beweis für die Bemühungen um die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben. Alperia ist überzeugt, dass ein ausgewogeneres Modell, das auf einer starken Kultur der Geschlechtergleichstellung beruht, auch der Arbeit zugutekommt. Genau wie Beispiele aus Nordeuropa zeigen: In Norwegen können Väter fast ein Jahr Urlaub nehmen, wobei 46 Wochen zu 100 % oder 56 Wochen zu 80 % bezahlt werden, während in Schweden jeder Elternteil Anspruch auf 12 Monate gemeinsamen Urlaub hat. Denn wie einer unserer Mitarbeiter sagt: «Karriere machen heißt auch, ein guter Vater zu sein».