schließen
Auf der Webseite suchen
PPA Centrale di Marlengo Zincol
23.02.2026
- 4 min

PPA: Was sie sind und warum immer mehr Unternehmen sie wählen

PPA Centrale di Marlengo Zincol

Case Study: ZinCol Italia

In den letzten Jahren ist Energie zu einem zentralen Bestandteil industrieller Strategien geworden. Es geht längst nicht mehr nur darum, Kosten zu senken, sondern auch um die Sicherstellung von Stabilität, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit der Versorgung. In diesem Zusammenhang werden Power Purchase Agreements (PPA) zu einem immer wichtigeren Instrument für Unternehmen, die die Energiewende mit einer langfristigen Perspektive angehen möchten.

Was ist ein PPA?

Ein Power Purchase Agreement ist ein mittel- bis langfristiger Vertrag, bei dem ein Unternehmen Strom direkt von einem Produzenten – häufig aus erneuerbaren Quellen – zu festgelegten und stabilen wirtschaftlichen Konditionen bezieht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lieferverträgen, die von Marktschwankungen abhängig sind, ermöglicht ein PPA eine besser planbare Kostenstruktur und reduziert die Anfälligkeit gegenüber Preisschwankungen.

Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, wird der Vertrag von Herkunftsnachweisen (Garanzie di Origine, GO) der italienischen Agentur für Strom- und Energiesysteme GSE (Gestore dei Servizi Energetici) begleitet, die die Herkunft des Stroms offiziell zertifizieren. Dieser Aspekt ist nicht nur formaler Natur, sondern ein konkretes Instrument, um das Umweltengagement des Unternehmens transparent zu dokumentieren.

Warum immer mehr Unternehmen sie wählen

Die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit, verbunden mit immer strengeren Anforderungen von Kunden und Investoren, verändert die Sichtweise der Unternehmen auf Energie. Stromversorgung ist heute nicht mehr nur ein Kostenfaktor, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil.

In diesem Kontext stellen PPAs eine wirksame Lösung dar, um sich einen Anteil erneuerbarer Energie im eigenen Energiemix zu sichern, das ESG-Profil zu verbessern und die Dekarbonisierungsstrategie zu stärken. Gleichzeitig ermöglichen sie eine glaubwürdige und nachvollziehbare Kommunikation des Engagements zur Reduzierung der CO₂-Bilanz.

Bei Alperia sind die Power Purchase Agreements so gestaltet, dass sie eine stabile Versorgung mit erneuerbarem Strom zu mittel- bis langfristig definierten Preisen gewährleisten. Die Lösungen können sowohl für Unternehmen konfiguriert werden, die Strom direkt von einem bestimmten Kraftwerk beziehen möchten, als auch für Unternehmen, die bereits über eigene Anlagen verfügen oder in den Bau neuer Anlagen investieren wollen.

Im ersten Fall ermöglicht das PPA eine direkte Verbindung zwischen dem Unternehmensverbrauch und einer identifizierbaren, zertifizierten erneuerbaren Energiequelle. Im zweiten Fall kann der Vertrag zur Wertsteigerung der eigenen Anlage beitragen, indem er wirtschaftliche Stabilität für die Investition sowie mehr Sicherheit in den Energie- und Finanzflüssen bietet.

Diese Flexibilität erklärt, warum PPAs eine zunehmend strategische Rolle einnehmen: Sie verbinden Nachhaltigkeit und industrielle Planung in einer einzigen strukturellen Entscheidung.

ZinCol Italia: Wenn Energie Teil der Qualität wird

Für einige Unternehmen ist die Energiewende nicht nur eine strategische Entscheidung, sondern eine natürliche Erweiterung ihrer Identität. So bei ZinCol Italia, gegründet 1962 und heute national führend im Korrosionsschutz, mit einer Produktionskapazität von über 300.000 Tonnen pro Jahr verteilt auf sechs Standorte.

Im Nachhaltigkeitsprozess der Gruppe stellt das Energiemanagement eine der ehrgeizigsten Herausforderungen dar. In den letzten Jahren hat ZinCol Italia konkret in die Eigenproduktion investiert, indem Photovoltaikanlagen an den Standorten Modena und Pordenone installiert wurden, die fast 800.000 kWh saubere Energie erzeugen.

Hinzu kommt das bedeutende Projekt am Hauptsitz in Barbarano Mossano (VI), wo eine neue Photovoltaikanlage mit 1.130 kWp kurz vor der Fertigstellung steht. Die Anlage wird vor dem Sommer in Betrieb gehen und die Eigenproduktionskapazität deutlich erhöhen.

Der Blick richtet sich jedoch auf die Zukunft: Ab Januar 2026 hat ZinCol Italia ein dreijähriges PPA mit Alperia für den Bezug von zertifiziertem Wasserkraftstrom aus dem Kraftwerk Marling aktiviert. Der Strom wird über Herkunftsnachweise der GSE rückverfolgbar gemacht, was vollständige Transparenz über die erneuerbare Herkunft gewährleistet.

Für ZinCol Italia ist Energie nicht nur ein Betriebskostenfaktor, sondern ein Qualitätsmerkmal des Produkts. Die Möglichkeit, zu zertifizieren, dass ein Produkt mit sauberer Energie hergestellt wurde, steigert den Wert der gesamten Lieferkette und erfüllt die Erwartungen zunehmend nachhaltigkeitsbewusster Kunden.

PPA als Wettbewerbsvorteil

Der Fall ZinCol Italia zeigt, dass Power Purchase Agreements nicht nur ein vertragliches Instrument sind, sondern eine strategische Entscheidung, die das Unternehmensprofil stärkt. Die Integration zertifizierter erneuerbarer Energie in das Produktionsmodell erhöht die Glaubwürdigkeit auf dem Markt und macht Nachhaltigkeit messbar, greifbar und kommunizierbar.

In einem Umfeld, in dem die Energiewende für die Industrie unverzichtbar ist, stellen PPA eine der konkretesten Lösungen dar, um Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Stabilität und ökologische Verantwortung miteinander zu verbinden.

Mehr Erfahren