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Perché l’Europa deve accelerare sulle rinnovabili: le barriere normative da superare
26.02.2026
- 5 min

Warum Europa den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen muss – und welche regulatorischen Hürden zu überwinden sind

Perché l’Europa deve accelerare sulle rinnovabili: le barriere normative da superare

Europa steht vor einem Paradox: Während Technologien ausgereift und Investitionskapital vorhanden sind, bremsen bürokratische Hürden und langwierige Genehmigungsverfahren den dringend notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien. Doch neue Gesetzesreformen in Italien und auf EU-Ebene zeigen vielversprechende Wege zur Beschleunigung.

Das Paradox der Energiewende: Viel Potenzial, wenig Umsetzung

Bis 2030 sollen mindestens 42,5 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Ausbau aber bleibt hinter den Erwartungen zurück – auch wegen der schleppenden Genehmigungspraxis in den Mitgliedsstaaten.

Die Umweltschutzorganisation Legambiente gibt einen jährlichen Bericht über die Verzögerungen beim Ausbau der erneuerbaren Energie heraus – unter anderem verursacht durch mangelhafte Normen und bürokratische Hürden. Demnach sind in Italien für ein Windenergieprojekt theoretisch sechs Monate Genehmigungszeit vorgesehen. In der Realität vergehen durchschnittlich fünf Jahre.

Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit kostet nicht nur Zeit und Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch Milliarden an Investitionen und verzögert die Erreichung der Klimaziele um Jahre. Legambiente hat berechnet, dass Italien das Ziel, bis 2030 zusätzliche 80 GW an erneuerbarer Leistung zu installieren, erst 2038 erreichen könnte.

Die europäische Antwort: RED III

Die Europäische Union hat das Problem erkannt. Mit der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) setzt Brüssel auf drastische Vereinfachungen. Die wichtigsten Neuerungen:

  • Verfahrensverkürzung: Für Solarenergieanlagen sollen Genehmigungen maximal drei Monate dauern, für Anlagen bis 100 kW sogar nur einen Monat. Nach Ablauf dieser Frist ohne Rückmeldung der Behörde gilt die Anlage als genehmigt. Wärmepumpen unter 50 MW sollen innerhalb eines Monats genehmigt werden.
  • Beschleunigungsgebiete: Die Mitgliedstaaten müssen spezielle Zonen ausweisen, in denen erneuerbare Energieprojekte besonders einfach und schnell genehmigt werden können. In diesen Gebieten reduziert sich die maximale Genehmigungszeit auf zwölf Monate, und einige Projekte sind von der Umweltverträglichkeitsprüfung befreit.
  • Digitalisierung: Ab November 2025 müssen alle Genehmigungsverfahren für Erneuerbare-Energien-Vorhaben in den EU-Ländern ausschließlich elektronisch durchgeführt werden. Das soll Transparenz schaffen und Verzögerungen reduzieren.

RED III ist im November 2023 in Kraft getreten. Doch noch fehlt die konsequente Umsetzung der Genehmigungsvorschriften durch die Staaten. Laut dem Verband WindEurope ist Deutschland aktuell das einzige der 27 EU-Mitgliedsländer, das Windparks innerhalb von 24 Monaten genehmigt.

Italien: Ein Einheitstext für erneuerbare Energien

Italien hat mit dem im Dezember 2024 in Kraft getretenen Einheitstext für erneuerbare Energien („Testo Unico Rinnovabili“) einen wichtigen Schritt gemacht. Das Dekret vereinfacht die Genehmigungslandschaft erheblich, indem es drei klare Genehmigungskategorien schafft:

  • „Edilizia libera“ (freie Bautätigkeit): Kleinere Anlagen benötigen keinerlei Genehmigungen mehr. Das betrifft vor allem Photovoltaikanlagen auf Dächern und Wärmepumpen für private Haushalte.
  • „Procedura Abilitativa Semplificata“ (PAS): Für mittelgroße Projekte gilt ein vereinfachtes Verfahren mit deutlich reduzierten Wartezeiten.
  • „Autorizzazione Unica“ (AU): Nur noch große Anlagen benötigen eine umfassende Einzelgenehmigung. Die Genehmigungszeit für bestimmte Anlagentypen mit geringer Umweltbelastung wurde inzwischen von 120 auf 40 Tage verkürzt.

Die neue digitale Plattform SUER („Sportello Unico per le Energie Rinnovabili“) bündelt als zentrale Anlaufstelle alle Genehmigungsschritte.

Feinschliff: Das Korrektur-Dekret 178/2025

Nach knapp einem Jahr praktischer Erfahrung wurden mit dem Korrektur-Dekret 178/2025 Ende 2025 Unsicherheiten und Auslegungsprobleme des Einheitstextes beseitigt.

Einige der wichtigsten Neuerungen:

  • Erweiterte Definition des Anwendungsbereichs: Das Dekret stellt nun ausdrücklich klar, dass nicht nur Produktionsanlagen für erneuerbare Energien unter die vereinfachten Verfahren fallen, sondern auch Speichersysteme und Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion.
  • Beschleunigte Verfahren für Repowering: Das Modernisieren alter Anlagen bringt oft mehr Nutzen als der Neubau. Das Dekret schafft nun eine Schnellspur für die Modernisierung bestehender Anlagen. Wenn ein Anlagenbetreiber ein bestehendes Wind- oder Solarkraftwerk modernisieren möchte und dabei die Leistung um maximal 15 Prozent erhöht, halbieren sich die Genehmigungszeiten.
  • Vollständige Digitalisierung über SUER: Die digitale Plattform SUER wird zur zentralen Drehscheibe für alle Genehmigungsverfahren ausgebaut. Alle Anträge, Dokumente und Genehmigungsschritte müssen künftig ausschließlich hier abgewickelt werden.
  • Alternative Streitschlichtung: Die Regulierungsbehörde ARERA wird beauftragt, Mechanismen zur schnellen Lösung von Konflikten bei Genehmigungsverfahren zu entwickeln, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden, die oft jahrelang Projekte blockieren.
  • Schnellere Genehmigung für Wärmepumpen und Geothermie: Für Wärmepumpen und geothermische Anlagen reduziert sich die maximale Genehmigungszeit auf nur noch 40 Tage.
  • Bevorzugte Behandlung in ausgewiesenen Gebieten: In den speziell für erneuerbare Energien ausgewiesenen Beschleunigungsgebieten („aree idonee“) entfällt künftig die landschaftsrechtliche Genehmigung, sofern die Projekte mit den geltenden Bebauungsplänen konform sind.

Herausforderungen bleiben

Trotz aller Fortschritte bei der Vereinfachung von Genehmigungsverfahren bleiben Herausforderungen bestehen. Die größte Hürde ist oft nicht mehr die nationale Gesetzgebung, sondern die Umsetzung auf regionaler und kommunaler Ebene. Lokale Verwaltungen sind häufig personell unterbesetzt und mit den neuen digitalen Verfahren überfordert. Die Einführung der SUER-Plattform ist ein wichtiger Schritt, doch sie erfordert Schulungen, zusätzliches Personal und klare Richtlinien für die Anwendung.

Eine weitere Hürde ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Besonders Windkraftprojekte stoßen oft auf lokalen Widerstand wegen befürchteter Landschaftsbeeinträchtigungen. Hier ist eine transparente Kommunikation über die Vorteile und eine faire Beteiligung der Gemeinden an den Erträgen entscheidend.

Die sozioökonomischen Vorteile überwiegen

Während die bürokratischen Hürden real sind, sollten die enormen Vorteile erneuerbarer Energien nicht übersehen werden. Die Energiewende schafft Arbeitsplätze, reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten und stabilisiert langfristig die Strompreise.

Eine aktuelle Analyse von Aurora Energy Research zeigt: In Deutschland könnte ein konsequenter Ausbau erneuerbarer Kapazitäten bis 2030 den durchschnittlichen Börsenstrompreis um rund 20 Euro pro MWh senken – selbst bei steigender Nachfrage. Das würde nicht nur Haushalten zugute kommen, sondern auch der Wettbewerbsfähigkeit.

Für Unternehmen und Investoren bedeuten Vereinfachungen bei den Genehmigungsverfahren zudem mehr Planungssicherheit und kürzere Amortisationszeiten.

Weniger Bürokratie bedeutet mehr Klimaschutz, mehr regionale Wertschöpfung und mehr Energieunabhängigkeit. Die rechtlichen Grundlagen dafür wurden geschaffen. Nun kommt es darauf an, die neuen Regelungen konsequent anzuwenden und die Chance zu nutzen, um die Energiewende mit der notwendigen Entschlossenheit voranzutreiben.

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