Das Wasserkraftwerk in Kardaun erstrahlt in neuem Licht.

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Wasser erzeugt Energie. Energie erzeugt Licht.

Wir befinden uns in Kardaun, in einem der symbolträchtigen Wasserkraftwerke Südtirols. Hier beleuchtet ein sich bewegender Lichtstrahl das unaufhörliche Fließen des Wassers und dessen Umwandlung in Energie.

Das vom Fluss Eisack eingespeiste Wasser wird in einen Triebwasserstollen und von dort in die Druckrohrleitungen geleitet, die die Turbinen speisen, bevor es am Ende seines Laufs in den Eisack in der Nähe der Mündung des Eggenbachs zurückfließt. Alperia möchte dem Kraftwerk mit einer Lichtinstallation einen Hauch von Magie verleihen. Ein Tribut an das Wasser und seine außergewöhnliche Erzeugungskraft.

Die Beleuchtung hebt die architektonischen Merkmale des Gebäudes hervor, indem sie die sieben Luftschächte der Druckrohrleitungen und die Seitentürme beleuchtet. Einige Beleuchtungskörper sind am unteren Teil der Fassade angebracht, um ein diffuses Streiflicht nach oben zu erzeugen. Andere wurden auf 80 bis 100 cm hohen Pfosten positioniert und leuchten beide Seiten der Druckrohrleitung gleichmäßig an. Das Ergebnis ist ein atmosphärischer Lichtstrom, der an das Fließen des Wassers erinnert. Mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 620 Mio. kWh trägt das Kraftwerk in Kardaun allein zu ca. 10 % der Südtiroler Energieerzeugung aus Wasserkraft bei.

Das Kraftwerk wird somit auch künstlerisch aufgewertet, indem seine tägliche Arbeit und sein historischer Wert für das Territorium honoriert werden. Die Geschichte des Kraftwerks ist eine ganz besondere: Das erste Projekt wurde von der Baufirma „Sager & Wörner“ aus München im Jahr 1907 vorgestellt, kam aber mit dem ersten Weltkrieg zum Stillstand. Die Arbeiten wurden 1926 wieder aufgenommen und der SIDI (Società Idroelettrica dell’Isarco) anvertraut. Das Ziel war ehrgeizig: Das größte und modernste Kraftwerk in Europa bauen. Das Projekt wurde in nur drei Jahren mit Hilfe von über 5.000 Arbeitern fertiggestellt. Die Inbetriebnahme fand am 15. September 1929 statt. Das Kraftwerk überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und ging 1945 vom ersten Konzessionär an die SIP (Società Idroelettrica Piemonte) über. Schließlich, nach weiteren Eigentümerwechseln, gelangte es in den Besitz von Alperia.

Die in Kardaun ist nur eine der kreativen Installationen von Alperia. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Energie und Kunst miteinander im Dialog stehen können, bietet die moderne Wandmalerei in einem der Firmensitze von Alperia sowie der Fernwärmespeicher in Bozen Süd, dessen externe Fassade das Ergebnis eines Kreativwettbewerbs ist. Bei Letzterem stellen die zahlreichen Öffnungen Wasserblasen dar und deuten auf den Erhitzungsprozess hin, während Licht- und Farbenspiele das Werk vervollständigen, indem sie die Illusion der Bewegung vermitteln. Denn Heraklit zufolge ist Bewegung alles, in der Natur wie im Leben. Panta rhei, alles fließt.

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