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hard to abate
26.05.2026
- 5 min

„Hard-to-abate“-Sektoren: Wie sie die Dekarbonisierung erfolgreich angehen

hard to abate

Stahl, Zement, Schwertransport: Manche Branchen haben es schwerer als andere, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Doch das bedeutet keineswegs, dass Transformation unmöglich ist: Mit neuen Technologien, klugen Regulierungen und verlässlichen Partnern können Unternehmen den Wandel trotzdem erfolgreich angehen.

Was bedeutet „Hard-to-abate“ in der Industrie?

Industriezweige und Transportbereiche, in denen eine Reduzierung von CO2 technisch schwierig oder wirtschaftlich kaum tragbar ist, gelten als „Hard-to-abate“-Sektoren. Laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) gehören dazu vor allem: Eisen- und Stahlerzeugung, Zementherstellung, chemische Grundstoffe sowie der Flug-, Schiffs- und Schwerlastverkehr. Zusammen sind diese Sektoren für rund 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

Drei Faktoren machen die Dekarbonisierung besonders schwierig:

  • Prozessbedingte Emissionen: Bei der Zementherstellung zerfallen Kalksteine chemisch und setzen CO2 frei – unabhängig von der Energiequelle.
  • Extrem hohe Temperaturen: Hochöfen für Stahl brauchen über 1.500 Grad Celsius. Elektrische Alternativen in industriellem Maßstab sind technisch und wirtschaftlich noch nicht flächendeckend verfügbar.
  • Mobilität und Reichweite: Schwere Lkw müssen weit fahren, viel transportieren und schnell betankt werden. Batterien sind oft zu schwer; Wasserstoff als Alternative bietet großes Potenzial, erfordert aber eine komplett neue Infrastruktur.

ETS und CBAM: Der europäische Rahmen

In der Europäischen Union sind „Hard-to-abate“ Unternehmen, die Treibhausgase verursachen, seit 2005 Teil des Emissionshandelssystems ETS und verpflichtet, Zertifikate für ihre Emissionen zu halten. Die Anzahl an Zertifikaten wird sukzessive reduziert, wodurch sich Emittieren zunehmend verteuert. Als Schutz vor Produktionsverlagerung ins Nicht-EU-Ausland wurden bislang viele Zertifikate kostenlos ausgegeben.

Seit Januar 2026 gilt der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM): Importeure von Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln und weiteren Produkten müssen CBAM-Zertifikate kaufen, die dem EU-CO2-Preis entsprechen. Parallel werden die kostenlosen ETS-Zuteilungen für betroffene Sektoren bis 2034 auf null reduziert – da der CBAM den Importschutz übernimmt.

Im Rahmen des Clean Industrial Deal diskutiert die EU-Kommission aktuell eine mögliche Verlängerung der kostenlosen Zuteilungen über 2034 hinaus.

Der Wandel läuft, die Herausforderungen bleiben

Weil Emissionen in den „Hard-to-abate“-Sektoren zunehmend als Kostenfaktor relevant werden, investieren die betroffenen Industriezweige massiv in erneuerbare Energien und saubere Technologien. „Für diese energieintensiven Unternehmen ist die Dekarbonisierung schon lange ein Thema und nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus ökonomischen Überlegungen zentral“, bestätigt Pietro Bertelli, Verantwortlicher Corporate Sustainability Solutions bei Alperia Green Future.

Global gesehen sind die Fortschritte messbar: Laut dem Net Zero Industry Tracker 2024 des Weltwirtschaftsforums haben die schwer zu dekarbonisierenden Sektoren im Jahr 2023 ihre absoluten Emissionen erstmals gesenkt: um 0,9 Prozent. In Europa sollen die Emissionen der im ETS erfassten Sektoren bis 2030 um 62 Prozent gegenüber 2005 sinken. 2024 war ein Minus von 51 Prozent erreicht. Der Wandel ist also real. Trotzdem bleibt der Weg zur Klimaneutralität für energieintensive Unternehmen lang und komplex.

Ein Plan für die Dekarbonisierung

Genau hier setzt Alperia Green Future an. Das Unternehmen der Alperia Gruppe begleitet energieintensive Betriebe auf dem Weg zur Klimaneutralität – mit Beratung und Technologie. „Wir helfen Unternehmen, wirtschaftliches Wachstum und Emissionsreduktion zu entkoppeln“, erklärt Pietro Bertelli. Gemeinsam mit dem Kunden wird ein maßgeschneiderter Dekarbonisierungsplan entwickelt: ein konkreter Fahrplan für die nächsten fünf bis 10 Jahre, der festhält, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden sollen – immer abgestimmt auf die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens.

Daneben investiert Alperia direkt in Projekte wie neue Anlagen, effizientere Maschinen oder saubere Energiequellen und refinanziert sich über einen vereinbarten Anteil der garantierten Einsparungen. Dieses Modell des Energy Performance Contract (EPC) hat für Unternehmen einen entscheidenden Vorteil: Die anfänglichen Investitionen und das finanzielle und technologische Risiko übernimmt Alperia.

Schritt für Schritt zur Klimaneutralität

„Unsere Arbeit mit energieintensive Unternehmen folgt einem klaren Prinzip“, zeigt Pietro Bertelli auf: Zuerst wird die Energieeffizienz durch innovative Technologien maximiert. Anschließend wird auf saubere Energie umgestellt – entweder durch Eigenproduktion oder den Kauf von Ökostrom. Für die Zukunft beobachtet und begleitet Alperia Green Future zudem gezielt zwei Technologien, die für „Hard-to-abate“-Sektoren besonders relevant, aber noch nicht ausgereift sind: CO2-Abscheidung – also das direkte Einfangen von Emissionen dort, wo sie sich nicht vermeiden lassen – sowie grüner Wasserstoff als sauberer Brennstoff für Hochtemperaturprozesse und den Schwerlastverkehr.

Ein besonderes technologisches Werkzeug, das Alperia Unternehmen zur Verfügung stellt, ist Sibyl: ein proprietäres KI-System, das komplexe Industrieprozesse – etwa die Stahlwalzung oder die Klinkerproduktion für Zement – vorausschauend optimiert und so den Energieverbrauch deutlich senkt.

Mehr als Technologie: Komplexität managen

Das Team, das Pietro Bertelli leitet, besteht aus 25 Mitarbeitern, weitere 12 haben sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert. „Lösungen zu entwickeln und zu implementieren ist eine anspruchsvolle Arbeit“, erklärt Bertelli, „weil sie so vielschichtig ist.“ Kein Betrieb gleicht dem anderen: Jedes Unternehmen hat eigene Produktionsprozesse, eigene Standorte und steht an einem anderen Punkt seiner Transformation. Alperia bringt deshalb eine umfassende Perspektive – von der Orientierung im Förderdschungel europäischer Programme über die Begleitung bei regulatorischen Anforderungen bis hin zur Koordination mehrerer Produktionsstandorte gleichzeitig.

„Wir arbeiten nicht an Einzellösungen, sondern integrieren verschiedene Technologien und managen die gesamte Komplexität für den Kunden“, so Bertelli. In einer Zeit, in der der Druck auf energieintensive Unternehmen durch steigende CO2-Preise und neue Vorschriften kontinuierlich wächst, ist diese Art der ganzheitlichen Begleitung kein Luxus – sondern kann zum echten Wettbewerbsvorteil werden.

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